Blasform-ABC

Hallo Branchen-Neulinge!

Herzlich Willkommen in unserem Nachschlagewerk rund um das Thema Extrusionsblasformen, Extrusion und Kunststofftechnik. Hier greifen wir regelmäßig Begriffe rund um die Verfahrenstechniken, Bauteile und die Produkte des Hohlkörperblasformens auf und erklären diese anhand von kleinen Texten und Abbildungen sehr anschaulich und fachbezogen.

Denn verstehen kann man sich nur, wenn man die gleiche Sprache spricht.

Ihr W. MÜLLER-Team

Butzen

Der Butzen ist das beim Blasformprozess entstehende "Abfallprodukt". Er ist allerdings nur ein Abfallprodukt der aktuell gefertigten Flasche, welcher am oberen und unteren Rand des geblasenen Körpers entsteht, wenn der Schlauch in der Blasform zum Hohlkörper aufgeblasen wird. Das überschüssige Material wird durch die beiden Blasformhälften am oberen und unteren Ende des Hohlkörpers abgequetscht, wodurch der Butzen entsteht. Dieser wird nach dem Aufblasen des Kunststoffhohlkörpers von Selbigem abgetrennt. Sobald die Kopf- und Bodenbutzen von der fertigen Flasche abgetrennt wurden, können sie wieder ein gemahlen und erneut verwendet werden. Ein klassisches Abfallprodukt ist der Butzen also nicht, alle Butzen können mit Neuware gemischt wieder in den Produktionszyklus rückgeführt werden oder dienen z.B. in Mittelschichten bei mehrschichtigen Produkten als kostengünstige und ressourcenschonende Alternative zur Neuware.

In grün ist der Schlauch aus Kunststoff abgebildet. Er tritt aus dem Schlauchkopf aus und die Form ist offen.

Die Form schließt sich und die Flasche wird aufgeblasen. Unter der Flasche entsteht der abgequetschte Teil, der von den beiden Formhälften zusammengedrückt wird.

Fertige Flasche mit Hals- und Bodenbutzen.

Füllgut

Als Füllgut werden die Produkte bezeichnet, mit denen die fertigen Kunststoffbehälter befüllt werden. Das können Lebensmittel, kosmetische Flüssigkeiten, Chemikalien, Haushaltsmittel oder Medizin sein. Das Füllgut spielt schon in der Produktion seiner Verpackung eine ganz entscheidende Rolle! Jedes hat seine eigene Charakteristik und nicht jede Verpackung ist für jedes Füllgut geeignet.

Chemikalien z.B. müssen in Behältern gelagert werden, die ein Diffundieren des Inhaltes nicht zulassen, damit sie nicht in die Umwelt gelangen können. Lebensmittel, vor allem Milchprodukte benötigen eine spezielle Flasche, weil sie mit einfallendem Licht reagieren und schnell verderben würden. Auch andere Lebensmittel bleiben durch licht- oder sauerstoffundurchlässige Verpackungen länger haltbar. Weitere Besonderheiten sind Produkte, die heiß abgefüllt werden. Da sich Kunststoff bei Hitze verändert, müssen Flaschen, die heiß abgefüllt werden, aus hitzebeständigeren Kunststoffen bestehen, als kalt abgefüllte.

 

Eine dünnwandige PET-Getränkeflasche schrumpft zusammen, wenn man heiße Flüssigkeiten hineinfüllt.

Flaschendesign und Füllgut können sich wunderbar und auffällig werbewirksam ergänzen.

Schnecke

Die Schnecke ist der Hauptbestandteil eines Extruders. Sie ist wie eine große Schraube, die den Kunststoff transportiert, der als Granulat in den Extruder über einen Trichter eingefüllt wird. Durch die Reibung, die durch die Vermischung des Granulates entsteht und durch die Heizbänder, die um den Extruder herum liegen wird das Granulat plastifiziert. Die Schnecke sorgt für bestmögliche Vermischung (=Homogenisierung) und für den Transport der Kunststoffmasse zum Extruderausgang. 

In manchen Fällen werden neuwertiges Kunststoffgranulat und wiederverwendetes Material (Regenerat) miteinander vermischt. Die gleichmäßige Verteilung muss auch die Schnecke übernehmen. Auch wenn Farbe in Form eines Masterbatches hinzugefügt wird sorgt die Schnecke dafür, die Farbe mit dem neutralen Kunststoff homogen zu vermengen. 

Für verschiedene Anwendungszwecke und Kunststoffe gibt es spezielle Schnecken.

PE Schnecke mit Mischspitze 

PA Schnecke

Extruder

Extruderschnecken haben verschiedene Zonen. Die Einzugszone, die Plastifizierzone und die Ausstoßzone. Oftmals sind die Schnecken in den jeweiligen Zonen unterschiedlich designt, um die Kunststoffförderung zu optimieren.